

Über die schöpferische Energie des Vertrauens und die leise Zuversicht im Werden
Hoffnung ist kein Warten auf ein gutes Ende – sie ist das Vertrauen in das Leben im Entstehen.
In der Kunst zeigt sie sich nicht in großen Gesten oder fertigen Werken, sondern in der Haltung, mit der jemand arbeitet.
Wer Kunst schafft, vertraut darauf, dass etwas in Bewegung ist – auch dann, wenn noch nichts zu sehen ist.
In jedem Prozess steckt dieses stille Moment des Hoffens:
dass aus einer Skizze eine Welt, aus einer Bewegung ein Gefühl, aus einer Idee eine Form werden kann.
Hoffnung ist also kein sentimentales Anhängsel der Kunst, sondern ihre Grundlage.
Ohne sie könnten wir nicht beginnen.
Im künstlerischen Arbeiten zeigt sich Hoffnung als Offenheit.
Sie erlaubt uns, nicht alles zu wissen, sondern zu entdecken.
Sie macht das Atelier zu einem Ort des möglichen Werdens, nicht der ständigen Bewertung.
Wenn wir aus Hoffnung arbeiten, erlauben wir dem Material, uns etwas zu zeigen – und uns selbst, darauf zu antworten.
Das bedeutet nicht, dass anatomische Überlegungen frei erfunden werden müssen, sie dürfen auch verstanden werden. Körper darf erforscht werden. Und es macht Sinn sich bereits vorhandene Studien und Schriften anzueignen. Auch hier handelte es sich um Menschen, die sich Gedanken gemacht haben. Sicherlich wollen wir auch überprüfen woher die Motivation dieser Menschen kommt, die z.B. politisch, wirtschaftlich und/oder religiös geprägt sein kann.
Bekanntlich muss man das Rad nicht neu erfinden. Dennoch ist Offenheit zu neuen Perspektiven und Methoden wie wir Körper verstehen können ein möglicher Raum in dem man eigene Sprachen erfinden kann um eigenen Überlegungen zu integrieren. Man darf Fehler machen und aus diesen Fehlern heraus ein besseres Verständnis über die menschliche Anatomie erhalten. Kunst wird in diesem Beispiel zum pädagogischen Werkzeug um unsere tatsächliche Realität besser verstehen zu lernen, aber auch um künstlerisch Teil dieses Diskurses zu werden.
Für Studierende bedeutet das:
Hoffnung ist kein fernes Ideal, sondern eine tägliche Praxis.
Sie liegt im Tun selbst – im Wiederholen, im Spüren, im Aushalten und im Vertrauen, dass der eigene Weg sichtbar wird, während man ihn geht.
Nicht, weil jemand ihn bestätigt, sondern weil er aus einem inneren Rhythmus entsteht.
Kunstproduktion braucht Hoffnung, weil sie in ihr das Lebendige erkennt.
Sie glaubt an Bewegung, an Veränderung, an Wachstum.
Und vielleicht ist genau das der Beitrag der Kunstschaffenden:
nicht zu beweisen, dass alles gut wird,
sondern zu zeigen, dass alles werden kann.
Was für Fehler eigentlich?
